reflections

Dann kam meine Schwester

Bereits ein Jahr nach meiner Geburt wurde meine Mutter erneut schwanger. Bis dahin genoss ich eine normale Kindheit. Das glaube ich zumindest. Im März 1989 kam meine kleine Schwester Sophie zur Welt.
 
Plötzlich drehete sich alles um sie, denn der Arzt meinte, dass es jetzt wirklich keine weitere Chance auf ein Kind geben wird. Ich erinnere mcih natürlich nicht mehr an alles, was damals passierte, doch ein paar Schlüsselmomente habe ich in Erinnerung.
 
Ich kann nicht sagen, dass wir beide nicht immer alles bekomm haben, was wir wollten. Mein Vater is Beamter und meine Mutter is Selbständig, dass heißt sie verdienen recht gut und haben uns deshalb jeden Wunsch von den Augen abgelesen. Doch ich war trotzdem eifersüchtig auf sie. Sie hat eine Art an sich, die mich heut noch zur Weißglut bringt. Immer wenn wir uns gestritten hatten als kleine Kinder, tat sie so als hätte ich sie geschlagen, sie schrie und weinte, mein Vater kam dann immer ins Zimmer und schlug mich. Wie konnte ich nur meiner Schwester sowas antun, hieß es dann immer. Und so wurde ich mit den Jahren zum schwarzen Schaf der Familie gemacht. Ich war für alles schuld. Egal was.
 
Ich erinnere mich an eine Situation, ich war in meinem Zimmer und meinem Vater fiel bei ihm in seinem Computerraum der Kaffee um. Er war so sauer darüber, dass er zu mir kam, den Metallmülleimer nahm, in den ich vorher die reste von einem Locher hinein tat und mir auf den Kopf schlieg. Die mini Papierschnipsel vielen alle auf den Teppichboden und er zwang mich jedes einzelne Stück aufzuheben und wieder in den Müll zutun. Ich glaube da war ich so 4 oder 5 Jahre alt.
 
Ich nahm immer mehr zu, mein Psychologe meinte, ich tat das damals um auf mich aufmerksam zu machen.
 
Deshalb schickten meine Eltern mich schon mit 5 zu verschieden Ärzten, sie wollten wissen, warum ich immer dicker wurde, natürlich fanden die keinen Gesundheitlichen Grund und bis dahin war es auch nicht die schuld meines Essverhalten, ich aß sogar weniger als andere kinder, trotzdem wurde ich immer dicker.
 
Also war ich ab da nicht nur das Kind, dass angeblich das andere immer schlug, sondern ich war auch das "fette" kind, aus dem eh nie was werden würde. So fühlte ich mich zumindest. 
 
Mein Vater sagte immer, JayJay du bist so fett du wirst nie einen Job oder einen Mann finden.
 
Meine Schwester hingegen war schlank, blond und niedlich. 
 
Sie hatte große Probleme in der Schule, die ich nicht hatte, doch das sahen sie nie, sie wurde gefordert, doch ich und meine Leistungen wurden einfach ignoriert.
 
Meine Mutter wollte immer nur, dass ich alles machte, was sie damals nicht machen konnte, ich bekam Klavierunterricht, doch ich hasste es. Sie verstand es nie.
 
Als ich dann mit 5 in einen Schwimmverein kam, taten meine Eltern entlich mal was, was mir gefiel.
 
Meine Schwester kam als ich 7 und sie 5 war auch dazu. Ich war eine sehr gute Schwimmerin, gewann auch das ein oder andere tunier, obwohl ich etwas übergewicht hatte. Meine Schwester kam an mich nie heran. Doch außer einmal, kann ich mich nicht daran erinnern, dass sie deshalb mal stolz auf mich waren, sie sagten es zumindest nie zu mir.
 
Mit den Jahren baute sich deshalb eine Hassliebe zu meiner Schwester auf. Immer hieß es nur JayJay du machst dies falsch du bist in jenem schlecht und guck dir mal Sopie an, sie macht dies sie macht das, warum bist du nicht wie sie...
 
 

12.10.09 00:56

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